03. November | 2017

Kulturelle Grenzen im Fluss? 20 Jahre nach der Oderflut

Im Sommer 1997 wüten die Hochwasserwellen zunächst in Schlesien bevor sie schließlich den deutsch-polnischen Grenzraum erreichen. Auf beiden Seiten der Oder waren scheinbar ähnliche Herausforderungen durch das „Naturereignis“ zu bewältigen. Doch wie geht man auf beiden Seiten der Oder mit Herausforderungen wie diesen um? Ausgehend von der Oderflut 1997 werden auf einer Diskussionsveranstaltung am 3. November 2017 im buch|bund in Berlin Gemeinsamkeiten und Unterschiede am Fluss anhand von persönlichen Erfahrungen, historischen Recherchen und Expertisen aus unterschiedlichen Disziplinen (Literatur-, Kultur- und Sozialwissenschaften, Dokumentarfilm, Journalismus) beleuchtet.

Die Historie des Flusses lässt auf eine Vielfalt von Lebenswelten an der Oder schließen. Doch gibt es kulturelle Unterschiede? Hatten die Ereignisse selbst gesellschaftliche und kulturelle Veränderungen zur Folge? Ist die vermeintlich „natürliche“ Barriere der Oder in Zeiten intensiver transnationaler Kommunikation überhaupt auch eine kulturelle?

Diese und viele weitere Fragen, die deutsche und polnische Perspektiven auf den Oder-Region und die Hochwasser-Ereignisse thematisieren, stehen auf der Diskussionsveranstaltung im Fokus. Diskutieren werden folgende Gäste:  

  • Dr. Anna Barcz ist wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Literaturwissenschaften der Polnischen Akademie der Wissenschaften in Warschau und forscht mit ökokritischem Ansatz zu kulturellen Unterschieden deutscher und polnischer Literatur.
  • Uwe Rada ist Journalist bei der taz, Autor, Schriftsteller, lebt und arbeitet in Berlin. Bekannt geworden ist er durch seine Bücher über große europäische Flüsse, unter anderem die Oder.
  • Dr. Thorsten Heimann ist Kulturwissenschaftler und Soziologe am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung und forscht zu kulturellen Unterschieden im Umgang mit Klimawandel und Hochwassern in Deutschland und Polen.
  • Andreas Voigt ist Regisseur und Autor für Dokumentarfilme, in denen er unter anderem sehr nahe Porträts von Abgehängten der Gesellschaft zeigt – wie im Film über Menschen im deutsch-polnischen Grenzgebiet „Grenzland – Eine Reise“.

Die Veranstaltung wird moderiert von Kamil Bembnista. Er promoviert in visueller Wissenssoziologie am Leibniz-Institut für Raumbezogene Sozialforschung und ist als Freischaffender in deutsch-polnischen Kulturprojekten u.a. für das Polnische Institut in Berlin tätig.

Für die Veranstaltung ist keine Anmeldung erforderlich. Interessierte können sich in Kürze über die Facebook-Seite des Buch|Bunds unverbindlich registrieren.