20. September | 2017

Die Potenziale des Erzählsalons für die Regionalentwicklung

Der Erzählsalon ist ein innovatives Kommunikations- und Veranstaltungsformat, das Rohnstock Biografien vor ca. fünfzehn Jahren entwickelte, um Menschen thematisch fokussiertan einen Tisch zu bringen, gemeinsames Erinnern zu befördern und soziale Prozesse zu unterstützen. Seitdem wird das Format ständig dynamisch weiterentwickelt und in verschiedenen Zusammenhängen praktiziert, auch in der Regionalentwicklung. Dort kann der Erzählsalon beispielsweise in Gemeinden, in denen es die Bewohnerinnen und Bewohner aus verschiedenen Gründen „verlernt“ haben, miteinander zu reden, wie kein anderes Instrument bewirken, dass die Menschen gemeinsam über ihre Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sprechen und darüber einen Ausgangspunkt für ein gemeinsames Handeln vor Ort finden.

In Erzählsalons werden Räume gewissermaßen „zum Leben erweckt“, indem sich die Menschen vor Ort – nach bestimmten Regeln – ihre Geschichte(n) von der Gemeinde und der Region erzählen und einander zuhören. Damit wirkt das Format nicht nur zur Selbstversicherung und Identitätsstiftung, sondern es kann Schlüsselfiguren für zukünftige Aktivitäten identifizieren sowie Beziehungen bzw. Gemeinschaften stiften. Dazu Frau Prof. Dr. Gabriela Christmann (stellv. Direktorin des Leibniz-Instituts für Raumbezogene Sozialforschung und Leiterin der Forschungsabteilung „Kommunikations- undWissensdynamiken im Raum“):

„Wir wissen in der Raumforschung wie auch in der praktischen Raumentwicklung seit Langem […], dass Entwicklungsmaßnahmen nachhaltiger sind, wenn sie von lokalen Akteuren mitentwickelt und getragen werden, wenn sich lokale Akteure aktiv mit ihrer Region und der Zukunftsgestaltung der Region auseinandersetzen, wenn sie an vergangene Traditionen anknüpfen, aber auch eigene Visionen für die Zukunft entwickeln können […]. Eine starke kollektiv geteilte Identität in einer Region kann sogar ein Imagefaktor für die Region sein.“

In strukturschwachen Regionen fehlt es oft an der Selbstermächtigung der Bürger. Durch das niedrigschwellige Angebot des Erzählsalons wird Menschen, die sich kaum noch beteiligen, eine Stimme gegeben. Durch ihre gleichberechtigte Teilnahme am Erzählsalon wird ihnen Mitbestimmung ermöglicht. Um in solche Prozesse einzutreten, ist Vertrauen und Wissen über die anderen Prozessteilnehmer von Nöten; beides wird im Erzählsalon innerhalb eines nur sehr wenig formalisierten Rahmens geschaffen.

Wie dies geschieht und welche Ergebnisse daraus resultierten, möchten wir anhand unserer Projekte »Lausitz an einen Tisch« und »Erfahrungen und Potenziale an einen Tisch –Unternehmergespräche im Lausitz Lab« in einem Fachgespräch mit Ihnen diskutieren. Dazu sind Sie herzlich eingeladen!

Die Teilnehmerzahl ist auf 30 begrenzt.

Kosten: 20 Euro für Getränke und Verpflegung (zu zahlen vor Ort am Tag der Veranstaltung)

Bitte melden Sie sich verbindlich an unter: info@rohnstock-biografien.de. Anmeldeschluss ist der 14.09.2017.

Angaben zur Veranstaltung

Mittwoch, 20. September 2017
14:00 bis 17:00 Uhr

Rohnstock Biografien
Schönhauser Allee 12, 10119 Berlin

Veranstalter:
Rohnstock Biographien
IRS