30. November | 2016

„Wege, die wir wählen“: Erfahrungen mit der regionalen strategischen Planung in deutschen altindustriellen Städten im Vergleich mit Russland

IRS Seminar with Dr. Aleksandr Kotov

Altindustrielle deutsche und russische Städte stehen zurzeit vor ähnlichen Herausforderungen in ihrer gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Entwicklung. Es scheint geboten, die Industriepolitik neu zu definieren, den demografischen Wandel zu gestalten, die Standortattraktivität für die Bevölkerung und für Unternehmer zu verbessern und gezielt Investitionen zu tätigen.

In diesem IRS-Seminar werden dazu städtische Entwicklungspfade vorgestellt. Ein Fokus liegt darauf, Strategieentwicklungskonzepte in Ostdeutschland anzu­schauen, da es hier vergleichbare Wirtschaftsstrukturen gab. In Russland gibt es seit 2014 ein neues Gesetz über eine staatliche Strategieplanung, das ein hohes Interesse an strategischer Stadtplanung geweckt hat. Deshalb möchte man innovative Ansätze der strategischen Planung vor allem in Ostdeutschland auswerten, um übertragbare Beispiele für Russland zu finden. Im Vortrag werden Ziele und Leitbilder, Instrumente und Projekte sowie Akteure aus Verwaltung, Politik, Wirtschaft und Zivilgesellschaft analysiert. Es werden Erfahrungen, Erfolge und Misserfolge der strategischen Stadt- und Regionalplanung in Deutschland ausgewertet und in Zusammenhang mit der Reformierung der Planungspraxis in Russland vorgestellt.

Der Vortrag befasst sich mit der Neubestimmung des Verhältnisses zwischen staatlicher Verwaltung, privaten Unternehmern und Zivilgesellschaft und stellt einen Beitrag zur Etablierung deutsch-russischer Beziehungen im Feld der raumbezogenen Sozialfor­schung und der Planungspraxis dar.

Vita

Dr. Aleksandr Kotov (*1986) wurde in Russland geboren. Er studierte Landmanagement und Regionalwirtschaft in Moskau und promovierte 2011 am Institut für Regionalwirtschaft der Russischen Akademie der Wissenschaften in St. Petersburg. Seine Dissertation beschäftigte sich mit den Besonderheiten der Entwicklung der nördlichen Regionen Russlands beim Übergang zu einer innovativen Wirtschaft. Seit 2012 ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter (Senior Researcher) beim Rat für das Studium der Produktivkräfte/SOPS, einer Forschungseinrichtung, gegründet und gefördert vom Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung und der Russischen Akademie der Wissenschaften. 2013 und 2014 hat er dort für das Ministerium für wirtschaftliche Entwicklung Russlands angewandte Forschungen unter anderem zu den Themenfeldern Innovationen, Entwicklung der Sonderwirtschaftszonen und Clusterpolitik in den Regionen betrieben. Seit Anfang November 2015 ist Aleksandr Kotov Gastwissenschaftler in der IRS-Forschungsabteilung „Regenerierung von Städten“. Im IRS forschte er in den vergangenen vierzehn Monaten mit Förderung durch ein „Bundeskanzler-Stipendium für angehende Führungskräfte” der Alexander von Humboldt-Stiftung.

Angaben zur Veranstaltung

Mittwoch, 30. November 2016
14:00 - 15:30 Uhr

IRS, Erkner

Forschungsabteilungen