24. September | 2015 - 25. September | 2015

Macht-Räume in der DDR

Die DDR war ein komplexes Herrschafts- und Ge­­sellschaftssystem, dessen Stabilität sich nicht allein aus der Machtstellung des Partei- und Staatsapparats erklären lässt. Neuere Forschungen zur Gesellschafts- und Alltagsgeschichte des „zweiten deutschen Staates“ betonen daher die informellen Legitimationsmechanismen des Systems. Die lange Zeit vorherrschende Perspektive auf die top-down agierenden staatlichen Apparate und die zentralistisch organisierte Parteiherrschaft der SED ging dagegen zuletzt stark zurück.

Die Integration dieser beiden Richtungen – einer eher alltagsgeschichtlich ausgerichteten und einer primär auf die Staats- und Parteiapparate orientierten Sicht – bildet unserer Auffassung nach ein wichtiges Desiderat der DDR-Forschung. Der Blick auf die räumliche Dimension von Macht und Herrschaft in der DDR bietet hierfür vielversprechende Ansätze. So prägten sozialräumliche Disparitäten und politische bzw. Macht-Asymmetrien nicht nur den „Aufbau des Sozialismus“, sondern spielten auch bei der Erosion sozialistischer Legitimation und Ideologie eine wesentliche Rolle.

Eine Perspektive, die die räumliche Reichweite der Macht in den Mittelpunkt des Erkenntnisinteresses stellt, kann die Mechanismen staatssozialistischer Herrschaft in verschiedenen gesellschaftlichen Teilbereichen erfassen. Dabei geraten unter anderem Strategien der Delegierung von Macht im zentralistischen Staatsaufbau, die Durchsetzung des staatlichen Gestaltungsanspruchs von Lebensräumen und eigensinniges Verhalten im Alltag in den Blick.

Angaben zur Veranstaltung

24. - 25. September 2015

Leibniz-Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung
Flakenstr. 29-31, 15537 Erkner

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