29. November | 2013

Planung und Aneignung urbaner Freiräume im deutsch-deutschen Vergleich (1945-1990)

Städtische Freiräume sind durch die aktuellen Proteste in Kairo und Istanbul als Brennpunkte politischer Auseinandersetzung wieder ins Zentrum der öffentlichen Aufmerksamkeit gerückt. Ihre Bedeutung als Schauplatz der Artikulation gesellschaftlicher Konflikte und Anliegen hat sich auch historisch vielfach gezeigt, so etwa gegen Ende der DDR in Leipzig und Berlin. Im städtischen Alltag dienen Freiräume als Freizeit- und Erholungsraum, Repräsentationsraum staatlicher Herrschaft, Ort vielfältiger Begegnungen oder auch des Konsums. Ihre multiplen Bedeutungen und Funktionen werden durch ihre planerische und physische Gestaltung ebenso geprägt wie durch eigensinnige Praktiken der Aneignung. Am Beispiel von großen Stadtplätzen und Fußgängerzonen in Ost- und Westdeutschland geht dieser Workshop den Wechselwirkungen und Zusammenhängen zwischen Planung, Umbau, Nutzung und Aneignung öffentlicher Freiräume nach. Dabei stehen folgende Fragestellungen und methodische Herausforderungen der Erforschung städtischer Freiräume im deutsch-deutschen Vergleich zur Diskussion, die vorrangig in historischer Perspektive geführt werden soll:
• Wie wirkten planerische Leitbilder bei der Anlage städtischer Freiräume in Ost und West auf deren Gestaltung, welche Nutzungsvorstellungen und -potentiale wurden damit vorentworfen?
• Welche Interessengruppen - von politischen Gremien und wirtschaftlichen Akteuren bis hin zu beruflichen Netzwerken von Planern - prägten die Gestaltung der Freiräume, welche Varianten lassen sich von Stadt zu Stadt beobachten?
• Welche Öffentlichkeiten konstituierten urbane Freiräume in beiden deutschen Staaten?
• Welche gesellschaftlichen Konflikte wurden in diesen öffentlichen Freiräumen ausgetragen? Welche gesellschaftlichen Macht- bzw. Herrschaftsmechanismen waren dabei wirksam?
• Wie lässt sich alltägliche Aneignung in historischer Perspektive untersuchen, welche Quellenbestände und erprobten methodischen Zugriffe stehen dafür zur Verfügung?

Die Tagung stellt aktuelle Fragestellungen der Forschung und Zwischenergebnisse eines Forschungsprojekts des IRS in 20-minütigen Referaten vor, kommentiert durch profilierte Experten. Der Diskussion soll breiten Raum gegeben werden.

Angaben zur Veranstaltung

Veranstalter:
IRS, Erkner

29. November 2013

Berlin

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