08. April | 2021

Society@Space Episode 7: IRS-Podcast über Sozialunternehmen in ländlichen Räumen

Ländliche Räume sind häufig mit besonderen Herausforderungen konfrontiert: Abwanderung, ausgedünnte Infrastrukturen und Einzelhandelsangebote, fehlende Ausbildungs- und Arbeitsangebote. Sozialunternehmen, die wirtschaftliche und soziale Ziele miteinander verbinden, können helfen, diese Herausforderungen zu bewältigen. Gerade im Land Brandenburg hat sich gezeigt, dass Sozialunternehmen im ländlichen Raum wichtige Impulse geben können. Die siebte Episode des IRS-Podcasts Society@Space widmet sich deshalb Sozialunternehmen in ländlichen Räumen. Ralph Richter, Soziologe am IRS, Sunna Kovanen, ehemalige Doktorandin im EU-Projekt RurAction und Florian Birk, Projektmanager bei Social Impact, diskutieren, was Sozialunternehmen leisten und wie sie unterstützt werden können.

Wer verfolgt soziale und ökologische Ziele im Interesse des Gemeinwohls? Neben der Politik, zivilgesellschaftlichen Initiativen, Umwelt- und Sozialverbänden, und einer großen Bandbreite öffentlicher Einrichtungen können hier auch Sozialunternehmen genannt werden: Unternehmen, die auf dem Markt Erträge erwirtschaften, aber nicht in erster Linie aus einem Gewinninteresse handeln, sondern auf Basis einer sozialen Mission. Sozialunternehmen sind in letzter Zeit vermehrt in die öffentliche Wahrnehmung getreten, oft in Verbindung mit sozialen Innovationen. Damit sind neue Praktiken und Organisationsformen gemeint, die auf kreative Weise eine gesellschaftliche Problemlage adressieren.

Das IRS hat in den letzten Jahren im Rahmen mehrerer Projekte zu Sozialunternehmen und sozialen Innovationen geforscht. Besonders im Zentrum stand dabei das Potenzial, das Sozialunternehmen und soziale Innovationen für die ländliche Entwicklung mitbringen. Im EU-Ausbildungsnetzwerk RurAction, das vom IRS koordiniert wurde, arbeiteten Forschungseinrichtungen in sechs EU-Ländern mit fünf Sozialunternehmen in ländlichen Räumen zusammen. Für das brandenburgische Wirtschaftsministerium erhob das IRS außerdem die Zahl, die Standorte, die Struktur, die Aktivitäten und die Förderbedarfe von Sozialunternehmen in Brandenburg.

Die siebte Episode des IRS-Podcasts Society@Space nimmt nun das Thema Sozialunternehmen in ländlichen Räumen in den Blick. Drei Fachleute aus Forschung und Praxis erklären, was Sozialunternehmen sind, wie sie funktionieren, was sie gerade im Kontext ländlicher Entwicklung leisten und wie sie besser unterstützt werden können. Sunna Kovanen arbeitete im Rahmen des RurAction-Netzwerks an ihrem Promotionsprojekt zu solidarischen Wirtschaftsmodellen in ländlichen Räumen. Sie ist derzeit am Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig (IfL) beschäftigt. Florian Birk ist Projektmanager für internationale Projekte bei der Social Impact gGmbH in Berlin. Er war ebenfalls am RurAction-Netzwerk beteiligt, in welchem Social Impact als Praxispartner agierte. Ralph Richter ist wissenschaftlicher Mitarbeiter der Forschungsabteilung "Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum" des IRS. Er forscht seit etwa sieben Jahren zu Sozialunternehmen und sozialen Innovationen.

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28. September | 2020 | Aktuelles

Ländliche Räume galten lange als kulturell abgehängt und wirtschaftlich unattraktiv, doch dieses schlechte Image verliert an Kraft. Die raum- und sozialwissenschaftliche Forschung interessiert sich heute vermehrt für die Innovationskraft ländlicher Räume und für ländliches Unternehmertum. Im EU-Projekt RurAction wurden Sozialunternehmen in ländlichen Räumen betrachtet, sowie die sozialen Innovationen, die sie erzeugen, um typisch ländlichen Problemlagen zu begegnen. Eine internationale Webkonferenz und ein Web-Policy Roundtable diskutierten im September 2020 neue wissenschaftiche Erkenntnisse sowie Empfehlungen für die Politik und Praktiker vor Ort. mehr Info