04. Dezember | 2019

Neues angewandtes Forschungsprojekt: Städtische Klimapolitik im internationalen Vergleich

Küstenstädte sind in besonderer Weise vom Klimawandel betroffen. Zugleich gehören Städte oft zu den Pionieren der Klimapolitik, sowohl im Klimaschutz, also der Vermeidung von Treibhausgasemissionen, als auch in der Klimaanpassung. Ein neues Forschungsprojekt nimmt mehrere mittelgroße Küstenstädte im Nord- und Ostseeraum in den Blick, die sich als Pioniere der städtischen Klimapolitik positioniert haben. Es hat das Ziel, das gegenseitige Lernen dieser Städte zu unterstützen und herauszufinden, wie erfolgreiche lokale Projekte sich national und international transferieren lassen.

Seit Oktober 2019 läuft in der Forschungsabteilung „Institutionenwandel und regionale Gemeinschaftsgüter“ das Drittmittelprojekt „Matching Forerunner Cities: coping with climate change in Turku, Malmö, Rostock, and Groningen“, kurz „MaFoCi“. Es wird von Kristine Kern geleitet. Das IRS kooperiert in diesem Projekt mit der Åbo Akademi University in Turku, Finnland. Finanziert wird das MaFoCi-Projekt durch das „Turku Urban Research Programme“, das von der Stadt Turku, der Åbo Akademi University und der University of Turku gemeinsam getragenen wird. Turku versteht sich als klimapolitische Vorreiterstadt, die sich zum Ziel gesetzt hat, bis zum Jahr 2029 klimaneutral zu werden. In diesem Projekt wird das Ziel verfolgt, die Klimastrategie der Stadt Turku mit denen ähnlich aktiver und auch strukturell ähnlicher Vorreiterstädte zu vergleichen. Ausgewählt wurden Groningen (Niederlande), Malmö (Schweden) und Rostock (Deutschland). Die vier Städte teilen zahlreiche Besonderheiten: Es handelt sich um alte Hanse- und Universitätsstädte, die schon immer durch natürliche Bedrohungen (z.B. Überschwemmungen) und menschengemachte Katastrophen (z.B. Brände) gefährdet waren. Sie haben sich im Lauf ihrer Geschichte zu regionalen Zentren entwickelt und hingen wirtschaftlich lange von Seehandel, Schiffbau und Fischerei ab. In jüngerer Zeit nutzten sie den wirtschaftlichen Strukturwandel zur erfolgreichen Transformation von Wirtschaft, Politik und Gesellschaft und haben sich gewissermaßen neu erfunden. Vor diesem Hintergrund soll MaFoCi Lernpotenziale für Turku aus der Untersuchung der drei Vergleichsstädte identifizieren. Darüber hinaus zielt das Projekt darauf ab, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie Vorreiterstädte zu führenden Akteuren in der Klimapolitik werden können, wie also städtische Klimapolitiken skaliert und transferiert werden können. Als anwendungsnahes Projekt soll MaFoCi hier konkrete Politikempfehlungen entwickeln.

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10. Oktober | 2018 | Aktuelles

Zum ersten Oktober 2018 startete die Hauptförderphase des Verbundprojektes ExTrass, welches bereits von Mai 2017 bis Juni 2018 als BMBF-Definitionsprojekt gefördert wurde. ExTrass ist das Akronym für „Urbane Resilienz gegenüber extremen Wetterereignissen – Typologien und Transfer von Anpassungsstrategien in kleinen Großstädten und Mittelstädten“. Hinter dem etwas sperrigen Titel verbirgt sich ein hochaktuelles Thema, wie der lange Sommer 2018 noch einmal deutlich gemacht hat: Städte müssen sich an die sich verändernden klimatischen Bedingungen in Deutschland und Europa anpassen. mehr Info

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06. Dezember | 2018

Im Vorfeld der UN-Klimakonferenz, die gerade in Katowice stattfindet, führte die polnische Regierung vorübergehende Grenzkontrollen ein. Begründung: Die öffentliche Sicherheit sei durch ausländische Aktivisten bedroht. Die abwehrende Haltung gegen eine offene Auseinandersetzung mit dem Klimawandel ist nicht nur repräsentativ für die aktuelle Regierungspolitik in Polen, sondern auch für einen kulturellen Kontext, in welchem Klimaschutz eine sehr geringe Priorität hat. Ist Klimaschutz also eine Kulturfrage? Der Kulturwissenschaftler und Soziologe Dr. Thorsten Heimann sagt „ja“. In seinem Buch „Culture, Space and Climate Change – Vulnerability and Resilience in European Coastal Areas”, das heute bei Routledge erscheint, zeigt er, wie kulturelle Hintergründe Klimaschutz und Klimaanpassung hemmen und fördern. mehr Info