08. Mai | 2019

IRS startet Podcast Society@Space mit internationalen Gästen der Leibniz Junior Research Group TRANSEDU

Raumbezogene Sozialforschung gibt es jetzt auch zum Hören. Am 8. Mai 2019 startete der IRS Podcast „Society@Space“ mit seiner ersten Episode „Welcome to Nottingham, Malaysia“. Darin sprechen drei renommierte internationale Gäste des IRS, die sich alle mit der Globalisierung des Hochschulsektors beschäftigen, über ihre Arbeit: Sarah Hall (Nottingham, Großbritannien), Francis Collins (Waikato, Neuseeland) und Kris Olds (Madison, USA) waren Anfang Januar 2019 auf Einladung von Jana Kleibert (IRS) in Erkner, um eine Doktorandin und zwei Doktoranden der Nachwuchsgruppe TRANSEDU zu beraten.

Am Abend des 9. Januar 2019 kamen in einem Berlin-Treptower Tonstudio drei Personen zum ersten Mal in dieser Konstellation zusammen: Sarah Hall, Professorin für Wirtschaftsgeographie an der University of Nottingham (Großbritannien), Francis Collins, Professor für Geographie an der University of Waikato (Neuseeland) und Kristopher Olds, Professor für Geographie an der University of Wisconsin in Madison (USA). Der Anlass für das Zusammentreffen: Auf Einladung von Jana Kleibert, Leiterin der Nachwuchsgruppe TRANSEDU, waren die Gäste - die zusammen den wissenschaftlichen Beirat von TRANSEDU bilden - angereist, um bei einem Workshop am Folgetag die Arbeitspläne der drei Promovierenden der Nachwuchsgruppe, Alice Bobee, Tim Rottleb und Mark Schulze zu besprechen.

Die TRANSEDU-Gruppe - ihr voller Name lautet "Constructing Transnational Spaces of Higher Education. International Branch Campus Development at the Interface of Network and Territorial Embeddedness" - hatte im April 2018 ihre Arbeit aufgenommen. Sie untersucht „International Branch Campuses (IBCs)“, also internationale Zweigstellen von Universitäten. Die Zahl solcher Orte hat seit den 1990er Jahren massiv zugenommen, was auf einen grundlegenden Wandel im Selbstverständnis von Universitäten hindeutet: Viele Hochschulen verstehen sich heute als globale Bildungsdienstleister. Zugleich profitieren sie oft, wie im Fall der britischen Universitäten, vom Ruf ihres Herkunftslandes als Bildungsstandort und inszenieren sich auch in den Zielländern entsprechend, bis hin zur Errichtung exakter Kopien altehrwürdiger Universitätsgebäude. Wie Branch Campuses funktionieren, welchen Logiken und Interessen ihre Entstehung folgt, untersucht die Nachwuchsgruppe. Alice Bobee, Tim Rottleb und Mark Schulze hatten seit Sommer 2018 an ihren eigenen Forschungskonzeptionen gearbeitet und beginnen zurzeit mit ihrer empirischen Forschung. Anfang Januar konnten erhielten sie auf dem Workshop, an welchem neben Hall, Collins und Olds auch die Projektmitglieder Neil Coe (Professor am Department of Geography der National University of Singapore) und Bas van Heur (Professor am Department of Geography, Vrije Universiteit Brussels) teilnahmen, noch einmal wichtiges Feedback, bevor es „ins Feld“ ging.

Hall, Collins und Olds hatten in den letzten Jahren zu unterschiedlichen Aspekten der Hochschulglobalisierung geforscht. Sie hatten dabei höchst individuelle und persönliche Berührungspunkte mit dem Thema: Als Beschäftigte von Hochschulen sind alle drei selbst von den Veränderungen des Hochschulsektor betroffen. Zugleich gestalten sie die Globalisierung der Hochschuldbildung auch mit. Aus Sicht der Wissenschaftskommunikation des IRS bot das Zusammentreffen dieser Forscherpersönlichkeiten die Gelegenheit dafür, ein neues Audio-Kommunikationsformat in Angriff zu nehmen: Einen Podcast für Gespräche mit Sozialwissenschafterinnen und Sozialwissenschaftlern der raumbezogenen Sozialforschung, in welchen es neben Forschungsinhalten auch um das eigene, subjektive Erleben der Forschenden, um ihre Meinungen, Eindrücke und Zukunftsaussichten geht.

Und so fragte Müller die Gesprächspartner: Welche Gründe und Motivationen stecken hinter der Globalisierung der Universität? Was bedeutet die internationale Expansion für Studierende, für Lehrende und für Orte - die, an welchen neue Universitätsstandorte entstehen, und die, die außen vor bleiben? Im Gespräch zeigte sich schnell, dass es eine überraschende Vielfalt an Motiven, Strategien und neu entstehenden global-lokalen Verflechtungen gibt. Weiterhin zeigte sich, dass es nicht nur ein Modell der Hochschulglobalisierung gibt. Stadt nur auf wenige (oft westliche) Elite-Institutionen zu schauen, sollten aufmerksame Beobachter den Blick lieber auf die weltweit riseige Zahl an „normalen" Universitäten, auch solche in der „Peripherie" (wie auch immer man sie definiert) richten, die sich ebenfalls internationalisieren. Schließlich kann Internationalisierung in migrationsgeprägten Gesellschaften auch „zuhause" erfolgen. Um sich international zu orientieren, reicht es mitunter, die Straße zu überqueren.

Der Mitschnitt dieses ersten Gesprächs, das Felix Müller, Pressereferent des IRS, am 9. Januar mit den drei Gästen führte, wird in der ersten Episode des IRS-Podcasts Society@Space veröffentlicht. In diesem sollen in Zukunft mehrmals im Jahr in ähnlicher Weise Gespräche mit Gästen oder Beschäftigten des IRS, in deutscher oder englischer Sprache veröffentlicht werden. Sie sollen Hörerinnen und Hörern nicht nur die Forschungsthemen in einem Audioformat zugänglich machen, sondern auch die Menschen dahinter zeigen, mit ihren persönlichen Erfahrungshintergründen, Motivationen und Perspektiven als Forschende.

Der Podcast Society@Space wird auf zwei Plattformen publiziert:

Apple Podcasts: https://podcasts.apple.com/de/podcast/society-space/id1459840696?l=en

Spotify: https://open.spotify.com/show/1R9uPVIsdXtyvPeVLEkuSa

Er wird darüber hinaus in die Website des IRS eingebunden.

05. April | 2018

In den vergangenen 20 Jahren ist die Zahl der Studierenden, die ein Hochschulstudium im Ausland absolvieren, stetig gestiegen. Zudem investieren viele Hochschulen in internationale Campus (international branch campuses, IBC) im Ausland. Dies sind erste Indizien für eine parallele Globalisierung wissensintensiver Wirtschaftszweige und der Universitätslandschaft. Die am 1. April am IRS gestartete Leibniz Junior Research Group „Constructing Transnational Spaces of Higher Education“ (TRANSEDU) befasst sich mit diesem Zusammenhang von globalisierten ökonomischen Prozessen und der Internationalisierung der Wissenschafts- und Forschungslandschaft. mehr Info