14. Dezember | 2017

Wie EU-Fördermittel kleine und mittlere Sozialunternehmen erreichen

Die Europäische Union hat eine Vielzahl von Programmen aufgelegt, über die kleine und mittlere Unternehmen – und damit auch Sozialunternehmen – Fördermittel erhalten können. In der Praxis stehen die Unternehmen aber vor großen Herausforderungen, diese Möglichkeiten nutzbar zu machen. Dazu zählen beispielsweise Vorfinanzierungsverpflichtungen, mangelnde Passfähigkeit der Förderstrukturen zu unternehmerischen Zielen und Abläufen sowie Informationsdefizite. Diese Herausforderungen adressierte ein Workshop, der am 30.11.2017 im IRS stattfand und vom IRS-geleiteten EU-Forschungsprojekt „RurInno“ gemeinsam mit der Wirtschaftsförderung Brandenburg und dem Enterprise Europe Network ausgerichtet wurde.

Die Veranstaltung, an der 24 Wissenschaftler/-innen, Wirtschaftsförderer/-innen, Sozialunternehmer/-innen sowie Intermediäre aus Verbänden und Netzwerken teilnahmen, bot im ersten Teil einen Überblick über das Forschungsprojekt „RurInno“ und stellte die unternehmerischen Aktivitäten damit in den Kontext der Entwicklung strukturschwacher ländlicher Regionen. Im Fokus der Projektarbeit stehen sozial-, wirtschafts- und raumwissenschaftliche Forschungsperspektiven auf der einen Seite und unmittelbarer Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis auf der anderen Seite. Projektleiter Dr. Ralph Richter von der IRS-Forschungsabteilung „Kommunikations- und Wissensdynamiken im Raum“ gab einen ersten Einblick in die großen Herausforderungen der Sozialunternehmen für eine Beteiligung an den EU-Förderprogrammen. Dajana Pefestorff von der Wirtschaftsförderung Brandenburg (WFBB, Enterprise Europe Network) stellte anschließend europäische Fördermöglichkeiten und deren regionale Implementation durch das Bundesland überblicksartig vor. Ihr Kollege Dr. Matthias Kirbach (WFBB) machte am Beispiel von Förderprogrammen für soziale Innovationen und Arbeitsmarktintegration deutlich, welchen Spielraum regionale Akteure wie die Bundesländer bei der Implementation der EU-Programme haben und wie sie besondere Schwerpunkte bei der Förderung setzen können.

Im Mittelpunkt des zweiten Teils des Workshops stand ein gemeinsamer Austausch aller Teilnehmer/-innen zum Thema Förderung von KMU. Mit dem „Open Space“-Format, bei der zunächst Themen für die Diskussion gesucht und diese anschließend in Gruppen mit wechselnder Zusammensetzung diskutiert wurden, konnte eine praxisnahe Sammlung von Problemen und Lösungsansätzen erstellt werden. Die wichtigsten identifizierten Herausforderungen betrafen das Problem der Ko-Finanzierung beziehungsweise Vorfinanzierung von Projektteilen durch die Unternehmen, mögliche Unterstützungs- und Serviceleistungen bei der Beantragung und Implementierung von EU-Projekten sowie das Spannungsverhältnis von engen Vorgaben der Förderprogramme und der inhaltlichen Freiheit der von den Sozialunternehmen anvisierten Projekte. Die Teilnehmer/-innen reflektierten dabei ihre bisherige Praxis im Umgang mit diesen Herausforderungen, tauschten sich über Lösungsansätze aus und formulierten Ideen für Verbesserungen. Die Ergebnisse des Open-Space-Austauschs werden von der WFBB verschriftlicht und im Teilnehmerkreis, im RurInno-Konsortium sowie im Enterprise Europe Network verbreitet. 

Impression vom Workshop

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