01. August | 2017

Workshop zu DDR-Architekturexporten

Zu dem Workshop „Export of Architecture in the Cold War Period: Projects, Actors and Cultural Transfers“ trafen sich am 7. Juli 2017 Fachleute aus dem In- und Ausland, um Fragen der weltweiten Zirkulation von Architekturkonzepten zu diskutieren. Die Veranstaltung fand im Rahmen eines von der Gerda-Henkel-Stiftung geförderten IRS-Forschungsprojekts zur DDR-Architektur im Ausland statt.

Seit der Antike ist die Ausbreitung regionaler und nationaler Architekturen ein prägender kulturhistorischer Prozess. Die globale Expansion der Moderne im 20. Jahrhundert kann als dessen vorläufiger Höhepunkt angesehen werden, zudem überlagerte sich eine Vielzahl von Transferprozessen zwischen Industrie- und Schwellen- bzw. Entwicklungsländern sowie zwischen Ost und West. In der zweiten Hälfte des 20. Jahrhundert wurde die Architektur zu einem bedeutenden Faktor in der Konkurrenz der politischen Systeme, was sich im Ringen um spezifische Modernisierungskonzepte  manifestierte.

Der Workshop und das Forschungsprojekt thematisieren die Kooperation und den Austausch von DDR-Planern und Architekten über den „Eisernen Vorhang“  hinweg und mit der „Dritten Welt“ . Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler des IRS sowie aus Warschau, Basel, Delft, München und Berlin zeigten dabei an unterschiedlichen Beispielen die vielen Facetten des Architekturexports auf. Die Diskussionen machten deutlich, dass ein starkes Interesse für Aspekte von Empowerment und Aneignung in den Zielländern des „Architekturexports“ den bisherigen Fokus weitet. Verschränkungen von ökonomischen und geopolitischen Interessen mit humanitären Belangen zeigen zudem ein widersprüchliches Bild der Aktivitäten. Zentral diskutiert wurde die Frage, ob es den sozialistischen Staaten gelang, das eigene Engagement glaubwürdig von neokolonialistischen Praktiken abzugrenzen. Die Aufgabe, das  bauliche Erbe des Architekturexports auf Hermeneutik, Nachhaltigkeit und baukünstlerischen Rang hin zu befragen, werde die Forschung noch lange beschäftigen, so die einhellige Meinung der Teilnehmerinnen und Teilnehmer.

Weitere Informationen zur Veranstaltung

Workshop
07. Juli | 2017
Projects, Actors and Cultural Transfers

Until the end of the Cold War in 1990, achitectural achievements played an extremely mportant part in the self-portrayal of competing systems. However, as the current research shows, this notion should be extended to include the analysis of the different forms of cooperation between the East and West. The one-day workshop focuses on diverse patterns of architectural “exports” during the Cold War period. mehr Info