29. Juni | 2017

Energy System Change: Politics, Materialities, Spatialities

Round Table Discussion mit Ludger Gailing am Durham Energy Institute

Am 26. Mai 2017 hat Dr. Ludger Gailing am Durham Energy Institute (DEI) der Durham University einen Aufsatz zu „neuen“ und „alten“ Energieräumen vorgestellt und im Rahmen eines Round Tables mit namhaften Kolleginnen und Kollegen diskutiert. An der von Prof. Gavin Bridge vom Department of Geography der Durham University geleiteten Veranstaltung nahmen unter anderem Prof. Harriet Bulkeley und Prof. Simone Abram als Discussants teil.

Gailing stellte als Input für die Diskussionsrunde ein Paper mit dem Titel „‘New‘ and ‘Old‘ Energy Spaces: Competing Socio-Materialities and Governmentalities in Regional Energy Transitions“ vor. Als zweiten Input präsentierte Dr. Ethemcan Turhan, Wissenschaftler am Royal Institute of Technology (Stockholm, Schweden), einen Aufsatz mit dem Titel „Energy Democracy as an Insurgent Practice: Community, Commons, Contradictions“. Turhan ist ebenso wie Gailing derzeit Gastwissenschaftler am Department of Geography in Durham. Die Diskussion der beiden Paper war vor allem darauf gerichtet, wie Fragen des Wandels von Energiesystemen in räumlicher und zeitlicher Perspektive verstanden und theoretisch gefasst werden können.

Für Gailing ist die Round Table Discussion der Abschluss eines zweieinhalb-monatigen Forschungsaufenthalts in Durham. Dafür hatte er ein „Senior Research Fellowship“ der Durham University eingeworben, das vom COFUND-Programm der Europäischen Kommission (Marie Skłodowska-Curie Actions) finanziert wird. Der Aufenthalt ist Teil seines Habilitationsvorhabens mit dem Arbeitstitel „Reconfiguring Energy Spaces: The Role of Spatial Governmentalities and Competing Socio-Materialities“ an der Humboldt-Universität zu Berlin. Darin untersucht Gailing die räumliche Organisation von Energiewenden und stellt sogenannte Energieräume in den Mittelpunkt. Das Konzept der Energieräume rekurriert dabei nicht nur auf die Räumlichkeiten von Infrastrukturen wie Kraftwerke oder Netze. Vielmehr stehen neben diesen materiellen Aspekten auch Fragen der veränderten regionalen Steuerung von Energiesystemen , die Bildung von Energielandschaften und sich wandelnde Beziehungen zwischen Energiepolitik und Energiewirtschaft im Fokus. Mit dieser erweiterten geographischen Perspektive analysiert Gailing die Produktion von Raum in Energiewenden, multi-skalare Beziehungen im Energiesektor sowie die Sozio-Materialität von Energiewenden.