12. Mai | 2017

Reformansätze im DDR-Bauwesen?

Wissenschaftliche Sammlungen präsentieren Findbücher und kommentierte Quellen

SED-Herrschaft und Stasi-Überwachung können zu der falschen Annahme verleiten, die DDR sei ein in jeder Hinsicht hierarchisches und zentralistisches sowie geschlossenes System gewesen. Jüngere Forschungen z.B. im Bereich Planungsgeschichte haben dieses holzschnittartige Bild relativiert. Dass die Verhältnisse auch hinsichtlich der politisch so wichtigen Berufsgruppe der Architekten und Planer vielschichtig waren und auch prominente Fachleute in einem bestimmten Rahmen gegen den herrschenden Kurs im Bauwesen opponierten (vor allem, aber nicht nur in der Spätphase der DDR-Zeit), zeigen die Ergebnisse eines Drittmittelprojekts der Historischen Forschungsstelle.

In dem von der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur geförderten Projekt »Reformansätze im DDR-Bauwesen? Zugänglichmachung und Vermittlung einschlägiger Archivbestände im IRS Erkner« konnten zum einen einschlägige Quellen aus den Beständen der Wissenschaftlichen Sammlungen durch digitale Findbücher erschlossen werden. Dabei handelt es sich in erster Linie um wichtige Teile der Überlieferung des früheren Instituts für Städtebau und Architektur (ISA), das DDR-weite Forschungs- und Begutachtungsaufgaben erfüllte. Zum anderen wurden im Projekt aussagekräftige Quellen digitalisiert, die nun in einer kommentierten Sammlung online präsentiert werden. Somit stehen die Ergebnisse des Projekts der Forschung wie auch der breiten Öffentlichkeit im Internet frei zur Verfügung. Künftige Forschungen zu Reformbestrebungen z.B. in der DDR-Architektenschaft werden von dem deutlich verbesserten Zugang zu den Quellen erheblich profitieren.

Weitere Informationen, die Findbücher und die kommentierte Quellensammlung finden Sie auf der Projektwebsite im Portal "DDR Planungsgeschichte": www.ddr-planungsgeschichte.de/reformansaetze/