26. Mai | 2017

Forschung und Praxis im Dialog zu sozialen Innovationen in ländlichen Regionen

Policy Round Table „Social Entrepreneurship as Driver of Change in Marginalised Rural Europe“ am 23. Mai 2017 in Brüssel

Lösungen für die Herausforderungen strukturschwacher ländlicher Regionen sind auf allen politischen Handlungsebenen gefragt. Neben lokalen und regionalen Akteuren sind auch Verantwortliche auf nationaler und europäischer Ebene gefordert, spezifische Problemlagen wie den Mangel an Fachkräften und jungen Menschen, soziale Exklusion, Armut, Arbeitslosigkeit, Finanzknappheit, geringer politischer Einfluss und marode Infrastruktur zu adressieren. Welche Potenziale Sozialunternehmen für mögliche Lösungen haben, diskutierten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler gemeinsam mit Unternehmen sowie Vertreterinnen und Vertretern der EU-Agrar- und -Regionalpolitik auf dem Policy Round Table „Social Entrepreneurship as Driver of Change in Marginalised Rural Europe“ am 23. Mai 2017 in Brüssel. 

Der Round Table wurde ausgerichtet vom Konsortium des EU-Projekts „Social Innovations in Structurally Weak Rural Regions: How Social Entrepreneurs Foster Innovative Solutions to Social Problems“ (RurInno), dem neben dem IRS das Institut für Innovationsmanagement der Johannes Kepler Universität Linz eine weitere Forschungseinrichtung sowie vier Sozialunternehmen aus vier ländlichen Regionen Europas angehören. Neben der gleichberechtigten Zusammenarbeit von Organisationen aus Wissenschaft und Praxis zeichnet sich das RurInno-Projekt auch durch die Kombination aus Forschung und Weiterbildung aus. Zentrale Instrumente sind längere Aufenthalte der Forschenden sowie der Praktiker an den Partnereinrichtungen, um sowohl eine tiefgehende Beforschung der Regionen, ihrer spezifischen Probleme und der Aktivitäten der Sozialunternehmen als auch einen intensiven Wissensaustausch zwischen Forschung und Praxis sowie die Aneignung von Fertigkeiten zu ermöglichen. In diesem Dialog wurde ein Policy Brief entwickelt, der die Herausforderungen und die notwendigen Rahmenbedingungen für soziales Unternehmertum in ländlichen Regionen benennt und daraus Handlungsempfehlungen für politische Akteure unterschiedlicher Ebenen ableitet. Beim Policy Round Table wurden diese Befunde und Empfehlungen nun direkt mit Vertreterinnen und Vertretern der EU-Agrar- und -Regionalpolitik diskutiert.

Wesentliche Diskussionspunkte waren unter anderem die Fragen, welche Rolle sozialem Unternehmertum in ländlichen Gesellschaften und Ökonomien zugedacht werden kann, wie nachhaltige Geschäftsmodelle für soziale Innovationen aussehen könnten und ob Freiwilligenarbeit eine sinnvolle Komponente sozialunternehmerischer Ansätze sein kann. Das Projektkonsortium erhielt durch die lebhafte Debatte wertvolle Hinweise für die Fertigstellung des Policy Briefs und konnte Kontakte mit Entscheidungsträgern und -trägerinnen auf EU-Ebene knüpfen.  

Impressionen vom Policy Round Table

Diese und viele weitere Fotos finden Sie auf der Website des Projektes RurInno: rural-innovations.net